Prozesse, Agenten und Konstellationen

Wohnungsbau als Social Design

Während man lange ausschließlich für einen idealisierten Nutzer baute, zeigt sich heute eine starke Tendenz der Individualisierung von Wohnformen. Die Standards werden aufgebrochen. Andere organisatorische Konstellationen bereichern bekannte Wohnmuster mit unkonventionellen Lösungen. Die Dynamik der laufenden Erneuerungen führt zu einer Vielfalt von Lebensmodellen und einem typologischen Pluralismus. Heute ist die Frage nach der Art zu wohnen oft eine Frage der individuellen Selbstverwirklichung angefangen vom Wohnungsgrundriss bis hin zur Möblierung. Vor dem Baubeginn liegt oft die Phase Null, die Bildung von Akteurskonstellationen, Moment der Initiierung des Projektes und der Entwicklung von Programmen.

Neue Modelle des Zusammenlebens und -arbeitens, ungewöhnliche räumliche Strategien, bedarfsgerechtere und flexible Grundrisse eröffnen neue Möglichkeiten und berühren nicht nur architektonische, sondern auch soziale und politische Aspekte. Der Architekt wird hier zum moderierenden Agenten und gestaltet zunächst den Prozess einer individuell gearteten Interessenslage der zukünftigen Bewohnerschaft.

Die Stadtansichten 2017 richten den Blick auf Baugruppen und Genossenschaften, aktive und kompakte Wohnmodelle, soziale Katalysatoren, Rohbauregale, effiziente Strukturen und qualifizierte Wohnmaschinen, die zeitgemäße Wohnwünsche bedienen und sich aus den Nischen alternativer Wohnraumversorgung zunehmend emanzipieren.

Leonardo Campus 10

Leo 1

03.05.2017 - 18:00

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